Widerstand ist nicht immer zwecklos!

STAR TREK: THE NEXT GENERATION – WIDERSTAND

Ich lese furchtbar gerne. Und zurzeit lese ich am liebsten Star Trek, dank Cross Cult. Ich habe mir „Widerstand“ schon frühzeitig vorbestellt, aber irgendwie war mir klar, dass auch dieses Buch nicht zum Veröffentlichungstermin erscheinen wird. Der November kroch so dahin und dann, eines schönen Tages, ganz am Anfang vom Dezember, kam das Buch mit der Post. Und ich war happy, denn „Widerstand“ versprach ein sehr spannendes Buch zu sein.

Originaltitel: Resistance
Übersetzer: aus dem Amerikanischen von Bernd Perplies
Cover-Illustration: Tom Hallman
Verlag: Cross Cult
Format: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Abmessungen: 18 x 12 x 2,5 cm (H x B x T)
Kategorie: Science-Fiction
Seitenanzahl: 290
Erschienen: in Deutschland im Dezember 2009, in den USA im August 2007
ISBN 10: 3941248626
ISBN 13: 9783941248625
Buchbindungspreis: 12,80 € (D), 14,50 € (A), 25 CHF (CH)

»J. M. Dillard, mit bürgerlichem Namen Jeanne Kalogridis, ist eine US-amerikanische Autorin, die viele Star-Trek-Bücher geschrieben hat. Sie hat die Romane zu sechs der zehn Star-Trek-Filme geschrieben. Außerdem hat sie unter ihrem Pseudonym noch andere Werke auf den Markt gebracht.«

»Die U.S.S. Enterprise ist bereit, zur Flotte zurückzukehren. Das große Raumschiff – das den tödlichen romulanisch-remanischen Angriff nur mit Hilfe von Datas ultimativem Opfer überleben konnte – wurde wiederhergestellt.
Mit der Abreise des Ersten Offiziers William Riker und Deanna Troi, dem Counselor des Schiffes, muss Picard zwei seiner zuverlässigsten Berater ersetzen. Eine Vulkanierin übernimmt die Stelle des Schiffscounselors. Als seine Nummer Eins hat Captain Picard nur einen Kandidaten: Worf. Doch der Klingone verweigert die Beförderung. Und Picard spürt, dass sein neuer Counselor Worf nicht akzeptiert.
Die Sternenflotte übergibt der Enterprise einen einfachen Auftrag, ideal für eine Testfahrt. Picard ist zuversichtlich, dass dies die Gelegenheit ist, seine neue Mannschaft zu formen und die Schatten des Krieges hinter sich zu lassen.
Noch bevor die Mission beginnt, hört Picard erneut das Lied des Borg-Kollektivs. Admiral Janeway ist davon überzeugt, dass die Borg zerstört sind und keine Gefahr mehr darstellen. Picard weiß, dass sie unrecht hat. Wenn er nicht umgehend handelt, wird die gesamte Föderation bald unter der Herrschaft ihres schlimmsten Gegners stehen …«

Titelwahl

Widerstand … Widerstand kann Vieles bedeuten. Bei Star Trek kann es der bajoranische Widerstand gegen die Cardassianer sein oder auch der Widerstand der Föderation gegen das Dominion. Aber in diesem Fall handelt es sich um unsere altbekannten Freunde die Borg, denn Widerstand bekanntlich zwecklos. Welcher Titel könnte also passender für ein Borg-Buch sein? Vor allem bezieht sich der Titel auf den Widerstand, den Picard den Borg leistet. Und das ist auch gut so.

Cover

Bei „Widerstand“ hat Cross Cult das amerikanische Cover Eins zu Eins übernommen. Nicht, dass das was Schlechtes wäre, aber irgendwie … Ich weiß nicht … Das Cover ist im Gegensatz zu „Tod im Winter“ langweilig. Ja, auf dem Cover ist Picard, die Hauptperson des Buches, und ja, in seinem Auge ist ein Anflug von Borg zu sehen, aber trotzdem. Es ist langweilig. Ich habe schon spannendere Cover gesehen …

Qualität

Wie es schon von Cross Cult gewöhnt ist, sind die Seiten fest und griffig. Selbst wenn man, wie ich, das Buch tagtäglich mit sich rumschleppt, um in der S-Bahn oder in den Pausen zu lesen, sind Eselsohren kaum vorhanden.

Schrift

Die Schrift ist sehr gut lesbar und von der Größe her genau richtig. Personen, die auf eine Sehhilfe angewiesen sind, könnten den Schriftgrad als zu klein einschätzen. Gedankengänge der Akteure und indirekte Kommunikation durch z. B. Mikrofone sind kursiv gedruckt. Besonders auffallend sind hier die verschnörkelten Buchstaben, die der Schreibschrift ähneln – typisch für die Schrift „Bookman Old Style“.

Unterteilung

Auf nicht ganz 300 Seiten tummeln sich 15 Kapitel und der Prolog. Der Umfang des Buches hält sich also in Grenzen. Für 12,80 € habe ich mehr Buch für mein Geld erwartet.

Schreibstil

Die Autorin J. M. Dillard ist sehr bekannt im Star Trek Universum, da sie bereits sehr viele Bücher geschrieben hat. Das merkt man „Widerstand“ an. Dillard weiß, wovon sie schreibt und schafft es, dass Buch so spannend zu schreiben, dass man es am liebsten in einem Rutsch lesen möchte.

Übersetzung

Gravierende Fehler konnte ich nicht entdecken. Hier und da mal ein kleiner Fehler in den Satzzeichen oder bei der Groß-Kleinschreibung, aber nichts Dramatisches. So macht das Lesen doch Spaß. Hier und da findet man mal einen kleinen Fehler bei Punkt oder Komma. Einzig ein vergessener Buchstabe hat mich zu einem Schmunzeln gebracht.

Verfilmbarkeit

Das Buch gibt sehr viel Material her, um eine super Verfilmung abzugeben. Die wäre allerdings nur mit jeder Menge Tricktechnik und von Computern erzeugte Spezialeffekte möglich.

Fehler in der Handlung und der Logik

  • Ich lasse gerade noch mal „Nemesis“ Revue passieren … Was fällt mir das auf? Richtig, Martin Madden, der neue XO der Enterprise-E. Warum wird er nicht in „Widerstand“ erwähnt? Zumal beide Bücher von J. M. Dillard geschrieben wurden. Für mich ist das ein böser Logikfehler.
  • Während der Fehler mit Martin Madden noch verzeihbar ist, ist es der nächste beim besten Willen nicht mehr. Die Autorin beharrt mehrfach darauf, dass sich die USS Enterprise NCC-1701-E, ein Raumschiff der Sovereign-Klasse, teilen kann. Selbst wenn sie das logisch begründen könnte, was sie allerdings nicht tut, ist dass technisch nicht machbar. Entweder hat sie nur sehr nachlässig recherchiert oder es war ihr schlichtweg egal. So böse, wie der Fehler ist, kann es kein Fehler in der Übersetzung sein.
  • Seit wann ist Janeway eigentlich so regelkonform? In der Serie „Voyager“ ist sie eine der Ersten, die das Feuer auf die Borg eröffnet hat und sie hat nicht nur einmal gegen die Regeln der Föderation verstoßen. Gut, im Delta-Quadranten ist alles anders, aber die Kathryn Janeway im Buch ist nicht die Frau, die ich in der Serie zu schätzen gelernt habe. Sehr schade …
  • Ähm … Was soll ich bitte von der Tarnvorrichtung halten? Es ist zwar klar wie Kloßbrühe, dass die Föderation auch an einer Tarntechnologie arbeitet, aber ich halte es für sehr unglaubwürdig, dass fast JEDES Raumschiff der Föderation über diese Technologie verfügt. Selbst im absoluten Notfall nicht! Die Föderation würde so ziemlich gegen jeden gültigen Vertrag (Vertrag von Algeron) verstoßen und ihre eigene Philosophie mit Füßen treten. Das ist absolut nicht nachvollziehbar für mich. Weiter unter äußere ich mich genauer zu diesem Thema.

Jean-Luc Picard

Jean-Luc Picard ist ein einer der besten Captains der Sternenflotte. Durch seine Erfahrung kommandiert er das Flaggschiff der Flotte, die Enterprise-E. Er ist Baujahr 2305 und trägt seit dem Jahr (ca.) 2333 die Rangabzeichen eines Captain. Picard ist auch ein sehr guter Diplomat. Dank seiner Fähigkeiten konnte er bereits die Herausforderungen von Q, den Klingonen, den Borg und der Romulaner zu seinen Gunsten entscheiden. 2366 wurde er von Borg assimiliert und hat seitdem einen großen Hass auf sie.

Beverly Crusher

Beverly ist Baujahr 2324. Sie war mit Jean-Lucs bestem Freund Jack verheiratet und hat mit ihm einen Sohn namens Wesley. Trotz, dass Jack unter Picards Kommando gestorben ist, verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft. Das ist auch ein Grund, warum sie ab 2364 die Chefärztin auf der Enterprise unter dem Kommando von Jean-Luc Picard ist. Mittlerweile sind die Beiden auch ein Paar geworden.

Worf

Der Klingone diente schon früher unter Picard auf der Enterprise als Taktikoffizier und Sicherheitschef. Später ging er nach Deep Space Nine und lernte dort seine zukünftige Frau Jadzia Dax kennen. Nach ihrem gewaltsamen Tod plagen ihn lange Schuldgefühle, die ihn letztenendes wieder auf die Enterprise trieben.

T’Lana

Die Vulkanierin arbeitet seit über zwanzig Jahren im Dienst der Sternenflotte als Counselor. Sie hat auch sehr viel Erfahrung mit diplomatischen Missionen und eine außergewöhnliche Begabung als Berühungs-Telepathin. Im Dominion-Krieg wurde ihr Schiff, die USS Indefatigable, zerstört und sie musste hilflos mit ansehen, wie über 90 % der Crew starben. Dieses Erlebnis hat sich bisher noch nicht verarbeitet.

Geordi LaForge

Geordi ist von Geburt an blind und trägt seit frühster Jugend einen VISOR. Nach dem Ende der Serie bekam er künstliche Augen. Er ist seit jeher der Chefingenieur der Enterprise und sehr gut mit Worf und Data befreundet. Nach dem Tod von Data war es für ihn klar, dass er weiterhin auf der Enterprise bleiben möchte.

Kathryn Janeway

Kathryn Janeway ist eine der bekanntesten Captains der Sternenflotte. Sie irrte sieben Jahre mit der USS Voyager im Delta-Quadranten, 70.000 Lichtjahre von zu Hause entfernt, herum und wurde zum Dank für ihre Heimkehr zum Admiral befördert.

Sara Nave

Sara ist die Pilotin der Enterprise. Ursprünglich war sie mal der Sicherheits-Chef, und diesen Posten bekommt sie schneller als ihr lieb ist zurück. Ihre Eltern wurden beide im Dominion-Krieg getötet, was sie nach wie vor schwer belastet. Sie steht den Borg das Erste mal gegenüber und teilt das Schicksal ihres Kollegen und Freundes Lionardo.

Lionardo Battaglia

Lionardo, oder auch Lio, ist der neue Sicherheitschef der Enterprise. Er war schon beim „Ersten Kontakt“ mit an Bord und hat schon einmal die Borg bekämpft. Leider ist ihm im Buch kein besonders langes Leben beschert, zumal der Charakter sehr viel versprechend war.

Wer das Buch richtig verstehen möchte, sollte die Filme „Der Erste Kontakt“ und „Nemesis“ kennen. Und ein bisschen Vorkenntnis in der Serie „The Next Generation“ ist auch sehr förderlich für das Verständnis, besonders im Bezug auf die Borg.

„Star Trek – The Next Generation“: 2364 – 2370
„Star Trek VII – Treffen der Generationen“: 2371
„Star Trek VIII – Der erste Kontakt“: 2373
„Star Trek IX – Der Aufstand“: 2375
„Star Trek X – Nemesis“: 2379 (Sternzeit 56844,9 = 05.11.2379)
„Star Trek – Tod im Winter“: 2379 (vermutlich im Dezember)
„Star Trek – Widerstand“ – 2380 (Anfang des Jahres)

Seite 138

»Die vollständige Betäubung wäre unnötig gewesen. Beverly hätte ihm problemlos ein lokales Anästhetikum verabreichen können, während sie den Neutralisatorchip injizierte, dann den Arm ansetzte, die Kopfverschalung, das Optoskop und die Schläuche, die von seiner Wange und seinem Kiefer zu seiner Schädeldecke verliefen. Es war wohl eher, wie Picard später annahm, ein Akt der Gnade von ihrer Seite gewesen.
Beverly weckte ihn, als die Zeit gekommen war, die Naniten zu injizieren. Hierzu musste er bei Bewusstsein sein, denn das machte es leichter, die Ergebnisse zu überwachen.
Halb blind durch die Gesichtsverschalung und das Optoskop, setzte er sich auf dem Bett auf. Das Gewicht der Schläuche an seinem Arm und der lange, hervorstehende mechanische Arm sorgten dafür, dass er sich schwerfällig und seltsam fühlte. Er konnte sehen, wie sich die beiden Wachen versteiften, bereit einzugreifen, sollte irgendetwas schief gehen.
Dankbarerweise arbeitete die Ärztin schnell und ohne jede Zurschaustellung von Gefühlen. Sie injizierte ein Hypospray nach dem anderen in Picards Schulter und trat dann einen Schritt zurück, um ihren Patienten zu beobachten.«

HIER kann man den Prolog und Kapitel 1 als PDF lesen.

Spoiler! – Lesen auf eigene Gefahr

Vierzehn Jahre nach seiner Assimilation durch die Borg kann Jean-Luc Picard noch immer das Lied der Borg hören. Das wird ihm in einem Albtraum schmerzlich bewusst. Seiner Freundin/Geliebten/Frau Beverly erzählt er natürlich kein Sterbenswörtchen, dass er das Kollektiv gehört hat.

Kurz bevor Picard am nächsten Morgen die neue Counselor an Bord begrüßt, gibt er den Befehl, B-4 auseinander nehmen zu lassen und zum Daystrom-Institut bringen zu lassen. Auch wenn B-4 die Erinnerungen von Data hat, wird er nie so werden wie er. Eigentlich ist B-4 sogar ziemlich dämlich, wie sich Picard leider eingestehen musste.

Nach der entmutigenden Begegnung mit B-4 denkt Picard eigentlich, dass seine Laune nicht mehr schlechter werden kann. Allerdings hatte er nicht mit Worf gerechnet. Er hatte dem Klingonen den Posten als seiner neuer Erster Offizier angeboten, den Worf zurzeit temporär inne hat. Aber wie die Klingonen nun mal sind – einer sturer als der andere – lehnt Worf die Beförderung ab und stößt Picard damit vor den Kopf, denn der Captain hatte sich sehr für Worf beim Sternenflotten-Oberkommando eingesetzt. Und natürlich hält es Worf nicht für nötig, Picard seine Gründe für die Ablehnung zu sagen. Er lässt ihn lieber im Dunkeln und schmollt weiter vor sich hin. Besonders ehrenhaft ist das aber auch nicht.

Wenigstens seine neue Counselor verbessert seine Mine, den die Frau ist nicht nur unglaublich attraktiv – Picard vergleicht sie sogar mit einer Heiligen oder einem Engel -, sondern auch noch gebildet und hoch dekoriert mit Abzeichen aller Art. Er findet die Vulkanierin T’Lana sofort ansprechend – nicht nur im Optischen. Doch auf dem Weg zur Brücke, um T’Lana ihren neuen Arbeitsplatz zu zeigen, hört Picard erneut die Stimme der Borg in seinem Kopf.

Er erholt sich zwar schnell davon, aber sowohl Worf als auch Beverly sind besorgt über seinen Zustand, den sie ihm auf der Brücke ansehen.
Aber das ist in diesem Moment nicht das einzige Problem: Es ist unübersehbar, dass zwischen Worf und T’Lana eine Antipathie herrscht. Was keiner der Beiden ahnt: Sie fühlen sich vom jeweils anderen angezogen, wie die Motte vom Licht. Und natürlich kommt es, wie es kommen musste: Auf der Brücke erleidet Picard den schlimmsten Zusammenbruch und wird von Worf und Doktor Crusher auf die Krankenstation gebracht. Dort eröffnet der Captain der Ärztin die Wahrheit hinter diesen Attacken. Allerdings glaubt sie ihm nicht sofort, sondern macht erst einmal eine gründliche medizinische Untersuchung, die Picard widerstandslos über sich ergehen lässt. Als Beverly keine körperliche Ursache für die Attacken findet, fängt sie an, dem Captain Glauben zu schenken.

Admiral Janeway ist da aber ganz anderer Ansicht. Sie befiehlt Picard, auf eine Spezialistin über die Borg zu warten – Seven of Nine, eine ehemalige Drohne des Kollektivs. Picard weigert sich, solange zu warten, weil er der festen Überzeugung ist, dass die Borg im Alpha-Quadranten einen neuen Kubus bauen und eine neue Königin heranzüchten. Frustriert von dem Gespräch mit Janeway hat Picard eine Unterredung mit T’Lana und ist hinterher genauso schlau wie vorher, denn die Counselor ist derselben Meinung wir Janeway. Während dessen hat Worf eine Routineuntersuchung auf der Krankenstation und unterhält sich mit Beverly über seine abgelehnte Beförderung. Allerdings kommen sie nicht allzu weit, wenn erneut wird Picard von der Stimme der Borg überwältigt.

Nach dieser Attacke, ist Picard wild entschlossen, den Befehl von Janeway zu missachten und informiert entsprechend seine Crew darüber. Während einer Sitzung mit der Senior-Crew macht er die Dringlichkeit der Mission unmissverständlich klar. Einzig T’Lana legt Protest gegen diese Entscheidung ein. Während nun die Enterprise in die Schlacht zieht – sie braucht eine Weile bis zu dem Mond, auf dem sich die Borg verstecken – treffen sich Sara und Lio wie jeden Abend in der Messe und man merkt auf den ersten Blick, dass zwischen den Beiden mehr als nur Freundschaft herrscht. Auch Jean-Luc und Beverly unterhalten sich. Zum einen über die neue Counselor, die Beverly unsympathisch ist und natürlich über die Borg.

Nachdem die Enterprise so schnell wie sie konnte zu den Koordinaten jagt, die nur Picard kannte, entdecken die Sensoren ein riesiges Konstrukt, was einem Kubus auffällig ähnelt. Während Picard auf der Brücke befiehlt, dass die Enterprise sind dem Kubus nähern soll, geht Beverly auf der Krankenstation einige Dinge über die Borg durch, die ihr im Halbschlaf eingefallen sind. Der riesige Kubus, größer als alle Kuben, die Picard je gesehen hat, stellt sich als halbfertiges Borg-Raumschiff heraus. Ein Sicherheitsteam, angeführt von Lionardo Battaglia, wird in den Kubus gebeamt und soll dort die Königin ausschalten und damit den Kubus außer Gefecht setzen. Der Plan sah vor, dass das Außenteam unbehelligt zur Königin gelangen sollte und sie töten sollte. Allerdings hatte Picard nicht damit gerechnet, dass die Borg mehr als nur angriffslustig sind. Das Außenteam stellt entsetzt fest, dass die Borg nun bei Sichtkontakt angreifen und das auf die brutalste und unbarmherzigste Methode, die sie kennen.

Und die Borg rächen sich für das Eindringen in ihren Kubus. Auf der Frequenz von Battaglias Kommunikator schicken sie ein Störsignal, was für die Ohren der Crew laut und schrill ist. Mit Mühe und Not kann sich das Raumschiff außerhalb der Waffenreichweite des Kubus retten. Auf der Krankenstation dann der nächste Schock: Drei der vier Mitglieder des Außenteam werden von den Borg zurück gebeamt – in Stücken. Nur Lionardo Battaglia bleibt auf dem Kubus, und alle wissen, was das bedeutet: Assimilation. Picard erkennt nun, dass er die Borg doch nicht so gut kennt, wie er es dachte und beschließt, sich als Locutus auf den Kubus zu begeben. Dazu will er sich von Beverly mit einer ordentlichen Portion Nanosonden und seinen alten Ersatzteilen aus seiner Borg-Phase assimilieren lassen. Um aber bei Verstand zu bleiben und keine willenlose Drohne zu werden, bekommt er einen Neutralisatorchip implantiert.

Kurz vor der Operation findet sich T’Lana bei Picard ein und beschwört ihn, sich mit Janeway in Verbindung zu setzen und von seinem Plan abzusehen. Allerdings ist Picard so fanatisch, dass er jede Warnung in den Wind schlägt. Da der Captain nicht aufnahmefähig für ihre Worte ist, wendet sich T’Lana an Doktor Crusher. Sie ist dem Captain aber so loyal, dass sie ebenfalls die Warnungen der Counselor ignoriert. Die Assimilation ist ein voller Erfolg – wenn man in diesem Zusammenhang von Erfolg sprechen kann. Picard ist äußerlich eine Drohne und hat nun den Kontakt zum Hive-Bewusstsein, das alle Drohnen steuert. Doch dank des Chips in seinem Kopf ist er in der Lage zu eigenständigen Gedanken. Nachdem Picard das Kommando über die Enterprise an Worf abgetreten hat und ihm nähere Instruktionen erteilt hat, beamt er sich auf den Kubus.

Während Picard als Locutus auf dem Kubus unterwegs ist und die Queen ausschalten will, bevor ihre Fertigstellung beendet ist, herrscht auf der Enterprise betriebsame Geschäftigkeit. Jeder, der für Picards Mission wichtig ist, ist an seinem Posten. So überwacht Beverly den Chip und forscht gleichzeitig an einer Möglichkeit, die Borg ein für alle mal zu besiegen. Sie spekuliert darauf, dass man die Königin mit einem biologischen Mittel unschädlich machen kann. Im Transporterraum steht ein Crewmitglied bereit, um den Captain jederzeit zurück zu holen. Auf der Brücke beobachten Worf und die anderen Brückenoffiziere, unter ihnen auf LaForge, den Kubus und den und überwachen jeden von Picards Schritten.

Picard kann schnell und unbehelligt zu der Kammer der Königin vordringen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Erfreut stellt er fest, dass er Recht hatte mit der Königin: Sie ist noch nicht fertig. Es erscheint so einfach, sie zu töten. Mit seinen gesteigerten Kräften will er ihr einfach das Genick brechen und schon wäre alles gut. Doch dann, als Picard direkt bei ihr ist, öffnet sie die Augen und plötzlich sieht sich Picard umringt von mehreren Drohnen, die ihn in eine barmherzige Ohnmacht schicken.

Als er wieder zu sich kommt, findet er sich auf einer Liege umringt von einigen Borg-Drohnen und der Königin wieder. Er versucht sich zu wehren, hat aber keine Chance. Die Königin eröffnet ihm sein Schicksal als Drohne und dann wird Picard sowohl der Transponder als auch der Neutralisatorchip entfernt. Als dies geschieht, bemerkt Beverly Crusher das sofort, weil die Anzeige für den Chip sofort Alarm schlägt. Gleichzeitig beginnt der Kubus, die Enterprise anzugreifen, die sich noch in Waffenreichweite zum Mond findet. Nachdem die Enterprise aus der Waffenreichweite ist, aber gerade noch in Transporterreichweite, versuchen sie, Picard zurück zu holen. Aber das einzige, was in der Krankenstation materialisiert sind der Transporter aus Picards Schläfe, der zerstörte Kommunikator und der Neutralisatorchip, der mit einem Tropfen Blut bedeckt war. Kaum, dass diese Gegenstände in der Krankenstation materialisieren, erfasst eine Waffe der Borg das Schiff und beschädigt es schwer. Die Brücke wird fast vollständig zerstört und ein Hüllenbruch zwingt die Crew, das Deck zu evakuieren. Sara Nave an der Flugkontrolle schafft es noch, die Enterprise außerhalb der Waffenreichweite der Borg zu bringen, es sie zusammen mit John Allen, den verletzten Geordi LaForge und T’Lana, die fast verblutet, zur Krankenstation zu bringen.

Nach dem Borg-Angriff ist auf der Enterprise ist die Hölle los. Zwei Dutzend Verletzte hat der Angriff gefordert und das Schiff ist schwer beschädigt. Es gab mehrere Hüllenbrüche und das Schiff hat keine Schutzschilde mehr. Das zwingt Worf, der momentan das Kommando hat, den Sektor zu verlassen und Picard zurück zu lassen, so wie der Captain es wollte. Doch Dr. Crusher hat einen Plan, den sie zusammen mit Worf und LaForge in die Tat umsetzten möchte. Allerdings stößt der Plan, selbst ohne genaue Details, nicht bei allen Crewmitgliedern auf Begeisterung. T’Lana ist gegen das Vorhaben, zurück zum Kubus zu kehren, worauf sie mit Worf im Bereitschaftsraum des Captains eine heftige Diskussion führt, die daran endet, dass sie beide Parteien Verständnis füreinander entwickeln. Nachdem T’Lana gegangen war und Worf ein kurzes Gespräch mit Dr. Crusher geführte hatte, meldete sich Admiral Janeway, die Worf nun in seinen Plan einweihen wollte.

Wenig später präsentiert Worf den Plan der restlichen Führungscrew. Der Plan ist einfach: Die Enterprise wird geteilt, der Rumpf fliegt getarnt zurück zum Kubus, ein schwer bewaffnetes Außenteam, unter anderem mit Worf und dem Gegenmittel für die Borg-Königin, werden runter gebeamt, das Außenteam kämpft sich den Weg zur Königin frei und schießt auf alles was sich bewegt, jemand injiziert der Königin das Mittel, die Borg fallen sofort in eine Starre und das Außenteam kann ohne Verluste Captain Picard und Lieutenant Battaglia retten. So gut, so einfach … Weiterhin sieht der Plan vor, dass die Untertassensektor an Ort und Stelle außerhalb der Sensorenreichweite der Borg bleibt und im Fall, dass das Außenteam versagt, sich auf dem schnellsten Weg zur Flotte begeben soll, die sich ein paar Lichtjahre entfernt versammelt.

Bis sich die Enterprise an den Kubus annähert, scheint der Plan auch zu funktionieren. Erste Schwierigkeiten treten bereits vor dem Transport zu den Borg auf. Zuerst möchte Beverly Crusher unbedingt mit auf den Kubus, angeblich um eine Probe von der Königin zu nehmen, in Wirklichkeit aber, um Picard zu retten. Das zweite Problem offenbart LaForge: Die Sensoren des Schiffes sind in der kurzen Zeit nicht in der Lage, die Königin genau zu orten, da sich tausende Drohnen auf dem Kubus befinden und die Königin die Nadel im Heuhaufenist.

Trotzdem beamt sich das Außenteam, bestehend aus Worf, Dr. Crusher, Sara Nave, Sandra Chao, Margaret Leary und Gregory Diasourakis, auf den Kubus. Die ersten Meter werden sie unbehelligt, doch kaum, dass sie sich der Kammer der Königin genähert haben, werden sie von den Borg-Drohnen angegriffen. Von jetzt an geht alles Schlag auf Schlag. Die Gruppe muss sich trennen durch den Angriff trennen. Nave führt eine Dreier-Gruppe an, Worf die andere. Die Gruppe von Worf kann in der Nähe der Königin bleiben, während die Gruppe von Nave weit durch den Kubus gescheucht wird und schließlich durch eine Art Jefferies-Röhre viele Decks weiter unter landet, und währenddessen ein Mitglied ihres Teams von einem Borg angegriffen und letztendlich getötet wird. Dort begegnet sie ihrem schlimmsten Albtraum: Dem fast vollständig assimilierten Lionardo Battaglia, mit dem sie kämpft und zu guter Letzt über die Brüstung fällt und mehrere Dutzend Decks weiter unten auf dem Boden aufschlägt. Während dies alles weiter unten im Kubus passiert, kämpfen sich Worf, Dr. Crusher und Leary, die von einem Borg schwer verwundet wurde, zur Königin vor. Und Beverly hat einen Plan. Sie will die Drohnen, die Wache stehen weg locken, damit Worf und Leary genügend Zeit haben, die Drohnen zu erschießen. Zweimal machen sie das Spiel, ehe sie sich in die Kammer wagen.

Kaum, dass die drei Sternenflotten-Offiziere die Kammer betreten haben, erkennen sie den assimilierten Picard, der umgehend den Angriff auf die Eindringlinge befiehlt. Es bricht Chaos aus, als ein halbes Dutzend Borg die Kammer betreten. Worf und Leary haben alle Hände voll mit den Drohnen zu tun, als entschließt sich Beverly, zur Königin zu rennen, das von Locutus zuvor aktivierte Kraftfeld zu senken und der Königin die Injektion zu verabreichen. Doch kaum, dass sie das Hypospray angefasst hat, aktiviert Locutus das Kraftfeld erneut und schließt Crusher mit der Königin ein. Gerade als die Ärztin die Injektion setzen will, erwacht die Königin, bricht Beverly eine Hand und schleudert sie fast bewusstlos zu Boden.

In der Zwischenzeit gelingt es Worf und Leary alle Drohnen, bis auf Picard auszuschalten. Allerdings muss Leary ihr Leben lassen, da sie von ihrer Verletzung zu geschwächt war. Worf kann Locutus mit einem Querschläger von den Beinen holen, aber nachdem er seine Waffe rekalibriert hatte und der nächste Querschläger unsauber war und vom Kraftfeld absorbiert wurde, wird er von Locutus überwältigt. Locutus will Worf mit seinem Sägearm direkt ins Herz, was der Klingone schnell erkennt. Da die Drohen genauso stark ist wie er, sieht er nur einen verzweifelten Ausweg: Wenn er stirbt, soll die Drohen auch sterben. Und so bereitet er sich darauf vor, Locutus das Genick zu brechen. Genau diesen Zeitpunkt nutzt Crusher, um wieder ganz zu sich zu kommen und ein zweites Mal zu versuchen, der Königin das Gegenmittel zu verabreichen. Auch dieses Mal wird sie kurz vorher von der Königin erwischt, doch dieses Mal kann sie ihr das Mittel injizieren, bevor ihr der Kehlkopf zerquetscht wird.

Kurz bevor Worf Locutus das Genick brechen will, erschlafft die Drohne und Worf stellt erleichtert fest, dass auch die Königin ebenso bewegungslos ist. Damit wusste er, dass Beverly es geschafft hatte, das Mittel zu injizieren. Doch zuerst muss sich Worf nun erst mal um die Ärztin kümmern, die auch wenig später wieder zu sich kommt. Dann neutralisiert er das Dämpfungsfeld, was die Kommunikator des Außenteams untereinander unmöglich machte. Er nimmt mit Chao Kontakt auf, die ihm mitteilt, dass sie die einzige Überlebende ihrer Gruppe ist. Danach werden Chao, Worf, Crusher und Locutus auf die Enterprise gebeamt.

Stunden später wird Picard in der Krankenstation der Enterprise wach. Er ist wieder er selbst und Beverly erzählt ihm in aller Kürze das Wesentliche. Nachdem Picard von der Krankenstation entlassen wurde, holt er sich einen kurzen Statusbericht von Worf und verschanzt sich anschließend in seinem Quartier, um mit Admiral Janeway zu sprechen, die alles andere als glücklich ist. Sie stellt Picard ein Militärgerichtsverfahren in Aussicht.

Ein paar Tage später wird eine Trauerfeier im Casino der Enterprise organisiert, zu Ehren der gefallenen Kameraden. Und gleichzeitig nutzt Picard die Gelegenheit (die Crew braucht mal wieder etwas zu feiern nach so viel Trauer), um der Crew seinen neuen permanenten Ersten Offizier zu präsentieren: Worf, der sich nun endlich entschlossen hat, Picards XO zu werden.

J. M. Dillard ist eine feste Größe im Star Trek Buch-Universum und kaum ein Leser ist bislang an ihr vorbei gekommen. Diese Tatsache, und dass Borg-Bücher zumeist sehr spannend sind, haben mich sehnsüchtig auf das Buch warten lassen.

Das Lied der Borg … Ähm, was soll ich eigentlich davon halten? Ja, ich weiß, dass eigentlich die Stimme des Kollektivs gemeint ist, aber Lied klingt echt albern. Oder hat einer schon mal einen Borg singen hören? Und nein, Seven of Nine zählt nicht.

Worf bereitet mir ein wenig Kopfschmerzen. Am Ende von DS9 (2375) hieß es, dass er die Station verlässt und klingonischer Botschafter wird. Schön und gut. Ich habe nie so richtig verstanden, was er dann 2379 auf der Enterprise macht, als sie im Romulanischen Imperium ist (Nemesis). Ich sollte vielleicht noch mal das Buch zu „Nemesis“ lesen. Und jetzt, hier in „Widerstand“, trauert er seiner verstorbenen Frau hinterher und erinnert sich daran, dass Sisko ihm sagte, dass er niemals ein Kommando über ein Raumschiff der Sternenflotte bekommen wird. Warum ist er dann nicht einfach im Qo’nos geblieben? Er will nicht auf dem Captainssessel auf der Enterprise sitzen, tut es aber schmollend, wenn Picard ihn bittet. Er sollte dringend seine Prioritäten überprüfen. Was ich aber wiederum toll fand, war die Szene in seinem Quartier mit Spot. Spot war die Katze von Data, die Worf adoptiert hat. Man muss sich nur mal der großen Worf mit dieser kleinen Katze auf dem Schoss vorstellen. Ein Bild für die Götter.

Wo zum Geier steckt eigentlich Martin Madden? Am Ende von „Nemesis“ (auch wenn es nur eine geschnittene Szene war) sollte er der neue XO von Picard werden. Aber wir wissen ja, dass geschnittene Szene als noncanon betrachtet werden und damit nicht zählen – aber das gilt für die Bücher auch. Hey, ICH fand ihn sympathisch! Und das Schlimmste an der Sache: „Nemesis“ wurde auch von J. M. Dillard geschrieben. Kennt die Autorin ihre eigenen Bücher nicht? Böser Fehler in der Logik …

Anfangs war ich mit T’Lana, die neue Counselor, ganz zufrieden. Sie entsprach so gar nicht dem vulkanischen Klischee und das macht sie mir unheimlich sympathisch. Als sie dann aber auf die Brücke der Enterprise kam, schrie eine Stimme in meinem Kopf ganz laut: MARY SUE!

Was sagt den Wikipedia zum Thema Mary Sue?

»Mary Sue ist eine abwertende Bezeichnung für ein Phänomen, das vor allem in der Fan-Fiction zu bekannten Büchern und Filmen auftaucht. Es handelt sich um eine meist weibliche und oft sehr junge Hauptperson, die mit höchst idealisierten Zügen und Charaktereigenschaften ausgestattet ist. Sie vertritt moderne Positionen und zieht in der Handlung das Interesse aller Nebenfiguren auf sich. Selbstverständlich ist, dass sie alle auftauchenden Probleme bravourös löst.«

Okay, nicht alle finden T’Lana auf Anhieb total super, aber es ist doch sehr irritierend, dass sein gleich zwei der männlichen Hauptcharaktere mehr oder weniger in sie verlieben. Picard hat in ihrer Gegenwart sogar Gedanken, die schon an rumsülzen nah heran kommen.

Von Anfang des Buches an hat man das Gefühl, dass T’Lana eine Aversion gegen Klingonen hat, zumindest deutet am Anfang alles darauf an. Selbst Picard und Crusher denken sich so etwas in der Art. Umso überraschender ist die Erkenntnis, dass es nicht mit Worf im Allgemeinen zusammen hängt, sondern mit ihm im Persönlichen. War er doch indirekt schuld daran, dass das vorherige Schiff von T’Lana, die USS Indefatigable, im Dominion-Krieg zerstört wurde. Ausschlaggebend war die Mission, bei der Worf zusammen mit Jadzia Dax einen cardassianischen Überläufer hätte retten sollen, sich aber stattdessen entschieden hat, seine schwer verletzte Frau zu retten (DS9: Wandel des Herzens). Dieser Aspekt ist sehr gut ausgeklügelt, da es die Serien TNG und DS9 zum Einen wunderbar miteinander verbindet und zum Anderen die Charaktere viel tiefer beleuchtet.

Ein netter Aspekt ist, dass die Serien „Deep Space Nine“ und „Voyager“ mit einbezogen werden. Dazu zählt ein mehrmaliger Kontakt mit Admiral Janeway im Sternenflottenhauptquartier und die Erwähnung von Seven of Nine. Ja, genau Seven wird nur namentlich erwähnt, sowohl von Picard als auch von Janeway. Schade eigentlich. Weniger nett finde ich die ganze Nummer mit Jadzia. Worf wird bei seinem Denken an Jadzia so richtig weinerlich dargestellt und das passt so gar nicht zu ihm. Und auch sein ganze Sinniere über seine verstorbene Frau ist ihr nicht wirklich würdig. Aber es wird noch besser mit Worf: Zum Schluss, als ihn Locutus fast umbringt, wird er von dessen Sägearm schwer verletzt. Der Sägearm hatte schon die Rippen angegriffen, als Locutus lahm gelegt wird. Und trotzdem kann Worf, so verletzt und blutüberströmt er auch ist, noch zu Crusher rennen und ihr Erste Hilfe leisten? Ich bin schwer beeindruckt …

Ein bitterböser Fehler, den ich mir einfach nicht schön reden kann, ist die Enterprise. Nein, gegen das Schiff an sich habe ich rein gar nichts. Tapferes kleines Schiff … Okay, ich fange an zu schwafeln. Also … Ich bin sehr belesen was die Sekundärliteratur betrifft. SEIT WANN, BEI DEN PROPHETEN, KANN SICH EIN RAUMSCHIFF DER SOVEREIGN-KLASSE TEILEN!?! Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Enterprise-E ist kein Raumschiff der Galaxy-Klasse mehr. Selbst wenn J. M. Dillard logisch erklären könnte, wieso, weshalb und warum sich die Enterprise (die übrigens nie in den Filmen ein Anzeichen diesbezüglich gegeben hat) jetzt plötzlich trennen kann, ist es technisch einfach nicht möglich! Dieser Fehler ist so bösartig, dass sich mir allein bei dem Gedanken die Fußnägel verbiegen. Brrr …

Nehmen wir für einen kurzen Augenblick mal an, die Enterprise könnte sich tatsächlich teilen … Wenn Worf mit dem Rumpf, an dem sich das Warptriebwerk befindet, zu den Borg geflogen wäre, und der Plan nach hinten losgegangen wäre, wie wollte die Untertassensektion, die nur über Impulstriebwerke verfügt, schnell zur mehrere Lichtjahre entfernt wartenden Flotte kommen sollen, BEVOR sie der Borg-Kubus eingeholt hat?
Das ist physikalisch nicht möglich, da Impuls Unter-Lichtgeschwindigkeit ist und Warp schneller als das Licht. Das kann nicht funktionieren, egal wie oft man es dreht und wendet. Worfs Plan hat sehr viele Lücken …

Ähnlich ergeht es mir mit der ominösen Tarnverrichtung. Ich zitiere einfach mal kurz aus dem Buch:

„Spezifikationen zur Tarnvorrichtung wurden in allen Raumschiffcomputern, die innerhalb des letzten Jahrzehnts konstruiert wurden, verschlüsselt abgelegt. Der Gedanke dahinter war der, dass diese Technologie in Extremfällen verfügbar sein sollte. Um die Verschlüsselung aufzuheben, braucht man allerdings die Zugangscodes eines Admirals.“

Schön und gut, aber das ist alles absoluter Schwachsinn in meinen Augen. Die Föderation würde gegen jedes geltende Recht verstoßen (Vertrag von Algeron) und ein Krieg mit den Romulaner ist damit schon fast im Gange. Und selbst wenn die Föderation sich die Gesetze so zurechtbiegt, wie sie sie gerade braucht, kommt das einfach zu plötzlich, als das es Hand und Fuß hat. Und dass LaForge, bei allem Talent was er hat, in der Lage ist, die Tarnvorrichtung innerhalb von zwei Stunden zu bauen und zu installieren, halte ist für sehr fragwürdig. Ich habe lange über die Tarnvorrichtung diskutiert. Selbst wenn die Föderation wirklich die Tarntechnologie hat, wieso zum Teufel hat sie sie nie verwendet? Ist ein einzelner Kubus gefährlicher als das ganze Dominion zusammen? Wir wissen aus „Der Aufstand“, dass dort ein Holoschiff getarnt wurde. Das beweist zwar, dass es die Technologie gibt, ABER das ist auch der einzige Anhaltspunkt, den es dafür gibt. Laut „Widerstand“ steht die Tarntechnologie allen Schiffen zur Verfügung, die seit 2370 gebaut wurden, d. h. sie hätte im Dominion-Krieg durchaus benutzt werden können, da hätten nicht mal die Romulaner etwas gegen sagen können. Und selbst die Voyager (Stapellauf 2371) hat sie! Ich könnte jetzt noch stundenlang darüber palavern, aber ich habe dafür echt keinen Nerv. Fest steht ohne Frage, dass die Tarntechnologie zwar mehr oder weniger existiert, aber das ganze Konzept im Buch für mich aus der Luft gegriffen erscheint. Sind der Autorin da die Ideen ausgegangen?

Gut dafür finde ich wieder, dass die Charaktere sehr gut dargestellt und ausgebaut werden. Man erfährt sehr vieles über Battaglia, Nave und T’Lana. Leider, wie es bei den Borg nun mal üblich ist, sterben sehr viele der neuen Charaktere. T’Lana plagen der Erinnerungen an die USS Indefatigable und Captain Wozniak, die sie einfach nicht vergessen kann. Mit T’Lana kommt ein sehr untypischer Vulkanier an Bord, aber es können ja nicht alle so sein wie Spock. T’Lana macht mehr oder weniger Worf für die Zerstörung des Schiffes verantwortlich. Und dass sie sehr Mary-Sue-lästig ist, habe ich ja schon weiter oben betont. Lionardo Battaglia hasst die Borg und möchte sich an ihnen rächen. Vor ein paar Jahren („Der Erste Kontakt“) haben sie seinen besten Freund Joel assimiliert und Lio war gezwungen, den Joel-Borg zu töten, bevor er ihn töten konnte. Und was bei Lesen sehr auffällt: Die Autorin macht aus Lio DEN Italiener schlechthin. Der liest italienische Bücher, der hört italienische Musik und so weiter. Also ganz ehrlich, man kann es auch übertreiben. Sara Naves Nemesis ist der Tod ihrer Eltern. Das Raumschiff Lowe wurde durch einen interplanetarischen Konflikt zerstört als Sara an der Sternenflotten-Akademie war. Sie wollte nie herausfinden, wer für den Tod ihrer Eltern verantwortlich war und hat nie danach geforscht. Irgendwie kommt mir Sara auch wie eine kleine Mary Sue vor. Sie ist vorzeitig zur Akademie zugelassen worden und hat sie natürlich auch mit Auszeichnung wieder verlassen. Schon klar … Außerdem ist sie der netteste Mensch, den man sich vorstellen kann.

Eigentlich mag ich Beverly Crusher ganz gerne und es ist schön zu lesen, dass sie und Picard nun ein Quartier zusammen bewohnen. Aber in Hinsicht auf T’Lana ist Beverly schon seltsam. Die Vulkanierin ist erst seit ein paar Tagen auf der Enterprise und Crusher erwartet sofort von ihr, dass sie dem Captain bedingungslose Loyalität entgegen bringt. Das kann aber nicht funktionieren, denn Vertrauen muss erst aufgebaut werden. Irgendwie kommt mir Beverly so vor, als sie Vorurteile gegenüber Vulkaniern hat.

Entschuldigung, dass ich es jetzt so deutlich sagen muss, aber Jean-Luc Picard ist ein Trottel. Schadet ihm die Beziehung mit Beverly oder ist er wirklich so stur beim Thema Borg? Picard ist der festen Überzeugung, dass er alles über die Borg weiß. Dass er damit gründlich falsch liegt, wird ihm bewusst, als das erste Außenteam von den Borg getötet bzw. assimiliert wird. Und dann kommt er auf die brillante Idee, sich körperlich assimilieren zu lassen, aber mit einem Neutralisatorchip bei Verstand zu bleiben. Nett, wirklich nett. Einer der besten Captains der Sternenflotte mit soviel taktischem Wissen, dass die Borg locker-flockig den Alpha-Quadranten übernehmen können, lässt sich freiwillig assimilieren. Steht Picard auf Schmerzen oder warum ist er so ein Vollpfosten? Und natürlich kommt es wie es kommen musste: Die Queen enttarnt ihn, entfernt den Chip und assimiliert ihn vollständig. Bravo, Jean-Luc, dass hast du toll hin bekommen.

Was ich wiederum richtig gut fand, war die Möglichkeit, die Borg auf biologischem Weg auszuschalten. Beverlys Entdeckung mit dem Hormon, was eine Drohne zur Königin macht ist bahnbrechend, hat aber einen Nachteil: Man muss so nah an den Borg heran, um ihn berühren zu können. Sehr riskant, aber anscheinend sehr effektiv.

Etwas frage ich mich … Wenn Picard Erfolg gehabt hätte, die Königin zu töten, was wäre dann mit den anderen Drohnen passiert? Ich stelle mir das Kollektiv gerne wie einen großen Ameisenhaufen vor, Crusher vergleicht sie mit andorianischen Bienen. Wenn man hineintritt, ist die Hölle los. So ist es ja auch bei den Borg. Ärgert man sie, werden sie gemein-gefährlich. Wenn Picard also die Königin getötet hätte, müsste doch erst Recht Aufregung im Kollektiv sein, oder nicht? Zwar hätten die Borg keinen Anführer mehr, aber ihre Eigenständigkeit, abgeschnitten vom großen Kollektiv im Delta-Quadranten, eine neue Königin zu erschaffen, zeigt ja, dass sie durchaus in der Lage sind, Handlungen ohne eine Königin zu tun.
Wenn die Königin nun tot wäre, wäre es dann nicht nachvollziehbar, dass die Borg wie Ameisen durch den Kubus ziehen und alles töten, was sich bewegt?

Wunderbar finde ich aber die Darstellung der Borg und des Kubus. Die Autorin beschreibt die ganze Szenerie, besonders den Kampf zum Schluss, so wunderbar fesselnd, dass man das Buch nicht mehr weglegen kann und man richtig mit den Protagonisten mitfiebert.

Picard (über T’Lana): ‚Hätte Leonardo da Vinci jemals eine Heilige oder einen Engel mit vulkanischen Zügen gezeichnet, das Ergebnis hätte ausgesehen wie diese Frau.‘

(Seite 26)

Picard: ‚Das ist nicht, was es zu sein scheint. Es gibt eine körperliche Erklärung. Das ist nicht, was es zu sein scheint. Es sind nicht die Borg …‘

(Seite 34)

Worf: Diese Erkenntnis beunruhigte ihn ein wenig, denn seit Jadzias Tod hatte er vermieden, derlei körperliche Vorzüge zu bemerken. Genau genommen hatte er Ensign Sara Nave in der Verwendung des bat’leths unterwiesen, ohne auch nur einmal zu bemerken, dass sie eine Frau war.

(Seite 40)

Worf: „Es hat nichts mit den Borg zu tun.“
Nave: „Tatsächlich? Es gibt etwa schlimmeres als einen rachsüchtigen Borg?“

(Seite 79)

Beverly: „Eins verstehe ich nicht. Die Borg sind nicht so. Sie sind nicht bösartig. Sie sind systematisch. Gewalt ist für sie ein Mittel zum Zweck. Sie wird niemals um des Effekts willen ausgeübt. Die Borg verspotten mit Sicherheit keine Gegner.“

(Seite 118)

Niedergedrückt durch die Kakaphonie des Kollektivs gab sich Picard ein einsames, stilles Versprechen: Er (Picard) würde in die Welt aus Wärme, Leben und Helligkeit zurückkehren.

(Seite 147)

Nave: „Verdammt! Oh, verdammt, Counselor, wagen Sie es ja nicht. Wagen Sie es ja nicht.“

(Seite 179)

Crusher: „Es war nur etwas Druck auf Ihrem optischen Schaltkreis. Das kommt davon, wenn Sie Ihren Kopf so hart gegen die Wände hauen.“
La Forge: „Zum Glück habe ich einen dicken Schädel.“

(Seite 181)

Nave: „Was für eine Logik liegt in dem Verrat an den eigenen Freunden und Mannschaftskameraden, nur um die eigene Haut zu retten? Wenn das Logik ist, dann zur Hölle damit. Ich werde ihr Loyalität jederzeit vorziehen.“

(Seite 188)

Worf: „Ich habe von der unglaublichen Loyalität gehört, die Vulkanier ihren kommandieren Offizieren entgegenbringen. Ist das wahr?“
T’Lana: „Es ist wahr.“

(Seite 193)

Irgendwie entbehrte die Situation in Beverlys Augen nicht einer gewissen Komik, auch wenn ihr gleichzeitig das Herz in die Sternenflottenstandarduniformunterhose rutschte.

(Seite 238)

Worf: „Ein Klingone würde alle Erdenkliche tun, um das Leben seines Kommandanten zu retten. Aber er würde einem Kommandanten auch nicht zu leben erlauben, wenn dieses Leben Schande über ihn bringen würde. Ich werde versuchen … ein Klingone für ihn zu sein.“

(Seite 242)

Sie (Beverly) hatte keine Zeit, sich von so etwas Unbedeutendem wie Schmerz aufhalten zu lassen.

(Seite 255)

Picard: „Habe ich …?“
Crusher: „Nein, du hast niemanden verletzt. Nicht dauerhaft. Aber du hast es Worf alles andere als leicht gemacht.“
Picard: „Ich bin überrascht, dass ich die Begegnung mit einem Klingonen überlebt habe.“

(Seite 262)

Worf: „Auf dich, Jadzia. tlhIngah jIH. Ich bin ein Klingone.“

(Seite 270)

Bei „Widerstand“ bin ich etwas von Cross Cult enttäuscht, denn mit Extras ist es bei diesem Buch nicht weit her.

Von Utopien und Feindbildern – Die Borg in Star Trek
Auf fünf Seiten wird dem Leser versucht, die Borg näher zu bringen.

Sicher, das Buch ist sehr spannend und richtig toll, aber wer bei dem Buch richtig mitdenkt, findet es zum Schluss nicht mehr so toll wie am Anfang. Die Fehler sind teilweise so haarsträubend, dass ich mich nicht nur einmal gefragt habe, warum ich mir das eigentlich antue … Für Fans von TNG ist das Buch aber nichtsdestotrotz empfehlenswert – zumindest mehr oder weniger … Aber J. M. Dillard hat mich ein bisschen enttäuscht. Ich habe schon bessere Bücher von ihr gelesen.

Deswegen bekommt das Buch (von 5 möglichen Punkten) folgende Bewertung von mir:

PRO:

  • spannend von Anfang bis Ende
  • man kann das Buch kaum aus der Hand legen
  • bitterböse Borg-Action
  • gut ausgebaute Charaktere
  • biologische Bekämpfung der Borg
  • Übersetzung

KONTRA:

  • die Autorin kennt ihre eigenen Bücher nicht -> siehe Martin Madden
  • T’Lana ist sehr Mary Sue-lastig
  • schwerwiegende Mängel in der Technik der Enterprise -> Sovereign-Klasse
  • Worf kommt mir nicht wirklich wie ein Klingone vor
  • Picard verhält sich selten dämlich

3 Gedanken zu “Widerstand ist nicht immer zwecklos!

  1. artphilia schreibt:

    Definitiv ein Buch, dass ich weder kaufen, noch in geliehener Form jemals lesen werde. Bei all den Fehlern, die du so gelistet hast, sträuben sich mir echt die Nackenhaare. Das erinnert mich an das DS9 Buch, das ich gerade lese und zu dem ich auch noch eine Review schreiben werde, die nicht übermäßig positiv ausfallen wird. Da dreht sich mir nämlich auch der Magen um. Aber das ist ein anderes Thema.

    Nochmal kurz zu Widerstand: Die Borg find ich seit Voyager eh langweilig. Sobald den Autoren nix mehr einfällt, bringen sie halt mal wieder die Borg und sie werden immer böser und böser und am Ende werden sie doch jedes Mal besiegt. Deus Ex Machina. *hmpf* Nein, also um dieses Buch werde ich auf jeden Fall einen großen Bogen machen.

Tipp dir die Finger wund ... :-D

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