Ein Kampf um die Seele von Romulus

STAR TREK: THE NEXT GENERATION – TOD IM WINTER

Ich bin ein Star Trek Fan. Und zwar ein ziemlich großer. Ich bin mit der Serie „The Next Generation“ aufgewachsen und habe so ziemlich alles gesehen und gelesen, was es zum Thema „Star Trek“ gibt. Leider hatte der Verlag Heyne, der bis vor einer Weile die Rechte an den Büchern hatte, lange keine Bücher mehr veröffentlicht. Umso größer war meine Begeisterung, als es hieß Cross Cult habe nun die Rechte und werde neue Bücher auf den Markt bringen. Den Auftakt macht die nächste Generation mit dem Buch „Tod im Winter“.

Originaltitel: Death in Winter
Übersetzer: aus dem Amerikanischen von Stephanie Pannen
Cover-Illustration: Martin Frei
Verlag: Cross Cult
Format: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Abmessungen: 17,8 x 12 x 2,6 cm (H x B x T)
Kategorie: Science-Fiction
Seitenanzahl: 354
Erschienen: in Deutschland im Oktober 2009, in den USA im August 2007
ISBN 10: 3941248618
ISBN 13: 9783941248618
Buchbindungspreis: 12,80 € (D), 14,50 € (A), 25 CHF (CH)

»Michael Jan Friedman ist der Autor von fast sechzig Sachbüchern und Romanen, von denen mehr als die Hälfte den Namen „Star Trek“ oder eine Variation davon tragen. Zehn seiner Titel erschienen auf der „New York Times“-Bestsellerliste. Außerdem hat er für Network- und Kabelfernsehen, Radio und Comicbücher geschrieben, darunter die „Star Trek – Voyager“-Folge „Resistance“. Zu den seltenen Gelegenheiten, wenn er der wirklichen Welt einen Besuch abstattet, lebt Friedman mit seiner Frau und zwei Söhnen auf Long Island. Er informiert seine Leser weiterhin darüber, dass, egal wie viele Friedmans sie kennen, diese mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mit ihm verwandt sind.«

»Kevratas ist eine öde, gefrorene Welt jenseits der romulanischen Neutralen Zone. Die Föderation ist für die von einer Seuche heimgesuchten Einheimischen zur letzten echten Hoffnung auf Überleben und Freiheit geworden.
Beverly Crusher, die inzwischen die Enterprise verlassen hat, wird auf einem medizinischen Hilfseinsatz vermisst und für tot gehalten. Die Sternenflotte hat keine andere Wahl als ein weiteres Team zur Rettung der Kevrata zu entsenden – und Picard ist die logische Wahl.
Entscheidend für den Erfolg der Mission sind zwei Kollegen, die bereits bei seinem Kommando des Raumschiffes Stargazer unter ihm dienten: Pug Joseph und Doktor Carter Greyhorse. Joseph möchte sich von seiner Vergangenheit reinwaschen. Greyhorse verbüßte eine Haftstrafe für versuchten Mord. Sie sind entschlossen, dort erfolgreich zu sein, wo die Ärztin scheiterte.
Auf der romulanischen Heimatwelt wurde inzwischen das politische Machtvakuum, das durch den Tod des Praetors Shinzon entstand, von Senatorin Tal’Aura gefüllt. Doch es gibt auch Widersacher, unter ihnen Commander Donatra und die Flotte von Warbirds, die sie befehligt.
So beginnt ein verzweifelter Kampf – nicht nur um die Freiheit der lange unterdrückten Kevrataner, sondern auch um die Seele des Romulanischen Imperiums. Es wird bis auf seine uralten Grundfesten erschüttert und Jean-Luc Picards Leben verändert … für immer.«

Titelwahl

Vor dem Lesen des Buches konnte ich mit dem Titel nicht allzu viel anfangen. Ich wusste zwar anhand der Inhaltsangabe vom Buchrücken, dass der Geschichte auf einem Eis-Planeten spielt, aber trotzdem war ich noch skeptisch, ob der Titel wirklich zur Story passt. Letztendlich finde ich den Titel gut gewählt. Er ist nicht nur eine Assoziation zum Eisplaneten Kevratas, auf dem der Hauptteil der Handlung spielt, sondern trifft auch auf die Kälte im Romulanischen Imperium zu. Und es beschreibt ziemlich treffend die Seuchen-Tagen auf Arvada III.

Cover

Im Gegensatz zu den Covern von Heyne ist das neue Cover von Cross Cult gewöhnungsbedürftig. Mir persönlich gefällt es aber besser, denn es ist schön Farbenfroh. Und vor allem passt das Cover wunderbar zur Story. Die beiden Hauptpersonen der Story, Jean-Luc Picard und Beverly Crusher, sind darauf abgebildet und man weiß auch ohne das Buch gelesen zu haben, dass es sich um die sehnsüchtig erwartete Love-Story zwischen den Beiden handelt. Ein weiteres kleines Highlight ist der Reliefdruck. Auf dem Frontcover sind die Schriftzüge im Relief und im Backcover ist die Enterprise-E im Relief.

Qualität

Die Seiten sind fest und griffig. Bei den Heyne Büchern hatte man schon mal das Gefühl, dass die Seiten sehr dünn sind. Hier nicht. Das rechtfertigt auch in einem gewissen Grad den höheren Preis.

Schrift

Das Buch wurde in der Schriftart „Bookman Old Style“ gedruckt und der Schriftgrad ist in Ordnung. Weder zu groß noch zu klein, zumindest für mich.
Gedankengänge der Akteure und indirekte Kommunikation durch z. B. Mikrofone sind kursiv gedruckt. Was mir allerdings dabei aufgefallen ist, ist, dass die kursive Schrift etwas verschnörkelt ist. Sieht nett aus, ist aber etwas gewöhnungsbedürftig – zumindest für eingefleischte Heyne-Leser.

Unterteilung

Das Buch ist in insgesamt 17 Kapitel plus zwei Prolog-Kapitel unterteilt, die sich über 289 Seiten erstrecken. Die Kapitel haben alle eine überschaubare Länge. Das ist für mich in soweit wichtig, weil ich ein Kapitelleser bin. Ich schaue mir immer an, wie lange ein Kapitel ist und entscheide mich dann, wie viele Kapitel ich am Stück lese. Im Text selber sind viele Absätze eingefügt, was das Lesen angenehm macht. So findet man auch schnell die Stelle wieder, bei der man aufgehört hat.

Schreibstil

Der Stil des Autors gefällt mir sehr gut. Er beschreibt die Charaktere so gut, dass man sich ganz leicht in sie hinein versetzen kann. Auch die Ortsbeschreibungen sind detailliert, aber nicht so, dass es langweilig wirkt. Insgesamt lässt sich das Buch durch den Stil des Autors recht leicht lesen, zumal M. J. Friedman sich bereits einen gewissen Namen im Fandome gemacht hat.

Übersetzung

  • Ich habe zwar nicht das Original gelesen, aber soweit ist die Übersetzung in Ordnung. Hier und da sind mir ein paar kleine Fehler aufgefallen wie z. B. „Trikorder“ statt „Tricorder“, aber das ist kein Drama.
  • Ein weiteres witziges Wort, was ich gefunden habe ist „Untergrundbahn“. Ich vermute sehr stark, dass damit eigentlich „Untergrundbewegung“ gemeint ist. Zumindest lässt der Zusammenhang darauf schließen. Allerdings heißt es in der Sekundär-Literatur tatsächlich „underground railround“. Trotzdem finde ich das deutsche Wort irgendwie … unpassend.
  • Ein weiterer Fehler in der Übersetzung in die „Brigg“. Eigentlich meint der Autor „brig“, was so viel wie Gefängnis bedeutet. Im Zusammenhang mit einem (Raum)Schiff ist das der Arrest. In der Übersetzung wird daraus aber „Brigg“, was ein zweimastiges Segelschiff ist.
  • Ob es nun wirklich der Übersetzung zu Schulden ist, sei erst mal dahin gestellt. Jedenfalls irritiert es mich, dass Worf und Geordi sich auf einmal duzen. Das haben sie in der Serie und in den Filmen nie getan. Aber das das Wort „you“ im Englischen sowohl „Du“ als auch „Sie“ bedeuten kann, tendiere ich eher zu einem Fehler in der Übersetzung.

Verfilmbarkeit

„Tod im Winter“ hat viel Schönes und viel Neues. Allerdings finde ich Potenzial des Buches nicht hoch genug, um eine Verfilmung zu geben. Es gibt weitaus bessere Bücher im Star Trek Universum, die eine würdige Verfilmung bieten.

Fehler in der Handlung und der Logik

  • Ich finde es schon seltsam … Da lebt man auf einem Eisplaneten und alle Häuser haben nur Holztüren. Da müsste es doch ständig ziehen und kalt in den Räumen sein. Aber Pustekuchen. Sobald die Tür ins Schloss fällt, ist eine Totenstille im Raum, weil die Holztür den Schneesturm draußen komplett abschirmt. Logik? Fehlanzeige.
  • Seit über einem halben Jahrzehnt herrscht die Seuche bereits auf Kevratas. Aber bisher ist kaum einer der Romulaner der Krankheit zum Opfer gefallen. Es sind nur die Einheimischen gestorben. Das Virus ist scheinbar unberechenbar, da es willkürlich zuschlägt. Die Inkubationszeit ist von Person zu Person verschieden. Das kommt mir irgendwie Spanisch vor. Und kaum, dass Picard auf diesem Eiszapfen von Planet erscheint, befällt die Seuche die Romulaner.
  • Die Kevratas im Untergrund haben nur das Nötigte, um halbwegs zu überleben. Aber kaum kommt Picard an, können sie ihm Computer, biomolkulare Scanner und allerhand medizinische Gerätschaften besorgen. Ähm … Woher soll das Zeug sein? Und selbst wenn die Kevratas das den Romulaner gestohlen haben, sind die Romulaner nicht so dämlich, dass sie das nicht mitbekommen. Außerdem wird im Buch vorher erwähnt, dass die Kevrata keinen Zutritt zu den romulanischen Gebäuden haben.

Jean-Luc Picard

Jean-Luc Picard ist ein einer der besten Captains der Sternenflotte. Durch seine Erfahrung kommandiert er das Flaggschiff der Flotte, die Enterprise-E. Er ist Baujahr 2305 und trägt seit dem Jahr (ca.) 2333 die Rangabzeichen eines Captain. Picard ist auch ein sehr guter Diplomat. Dank seiner Fähigkeiten konnte er bereits die Herausforderungen von Q, den Klingonen, den Borg und der Romulaner zu seinen Gunsten entscheiden.

Beverly Crusher

Beverly ist Baujahr 2324. Sie war mit Jean-Lucs bestem Freund Jack verheiratet und hat mit ihm einen Sohn namens Wesley. Trotz, dass Jack unter Picards Kommando gestorben ist, verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft. Das ist auch ein Grund, warum sie ab 2364 die Chefärztin auf der Enterprise-D unter dem Kommando von Jean-Luc Picard ist.

Sela

Sela ist die Halb-Romulanische Tochter von Natasha Yar, der verstorbenen Sicherheitschefin der Enterprise. Sie ist dem neuen Praetor Tal’Aura treu ergeben. Sela wird von Tal’Aura immer „das Halbblut“ genannt, was aufgrund ihrer Herkunft nicht weiter verwunderlich ist.

Tal’Aura

In „Nemesis“ war Tal’Aura eine der Senatoren. Da sie aber schon frühzeitig auf Shinzons Seite war, wurde sie nicht getötet, sondern unterstützte Shinzon. Nach seinem Tod übernahm sie nur zu gerne die Macht und wurde zum neuen Praetor des Romulanischen Reiches.

Donatra

Donatra ist eine Romulanerin, die eine der Gegenspieler von Shinzon im Film „Nemesis“ war. Sie half Picard bei der Zerstörung von Shinzons Schlachtkreuzer. Auch vom neuen Praetor ist sie nicht sonderlich begeistert.

Carter Greyhorse

Carter war der Chefarzt der Stargazer unter Jean-Luc Picard. 2367 versuchte er auf der Enterprise-D einige Mord-Attentate zu begehen, da er den gewaltsamen Tod seiner Frau nie richtig verkraftet hat. Für diese Anschläge wurde er verurteilt und sitzt seitdem in der Strafkolonie auf Neuseeland in Haft.

Peter Joseph

Peter, genannt Pug, war der Sicherheitschef auf der Stargazer unter dem Kommando von Picard. Später diente er auf der Lexington, bevor er der Captain eines Frachtschiffes wurde.

Decalon

Decalon ist ein Romulaner, der vor über zehn Jahren zur Föderation übergelaufen ist. Er kennt den Planeten Kevratas wie seine Westentasche und soll nun Picard bei dem Erfolg der Mission zur Seite stehen.

Manathas

Manathas ist ein Romulaner, der für den berüchtigten Geheimdienst Tal’Shiar arbeitet. Seine Spezialität ist es, sich mit Hilfe plastischer Operationen in andere Personen zu verwandeln. So war er unter anderem bei der Hochzeit von Jack und Beverly Crusher auf der Erde als Kellner mit dabei.

Eborion

Eborion gehört zu einer der „Hundert“, einer der ältesten Familien im Imperium. Seine Familie hat viel Macht, er hat allerdings in der Familie recht wenig zu sagen. Deswegen erarbeitet er sich das Vertrauen des neuen Praetors Tal’Aura und versucht, seine Widersacherin Sela gegenüber dem Praetor schlecht zu machen, um dessen Gunst zu gewinnen.

„Tod im Winter“ ist das erste TNG Buch, das nach „Nemesis“ spielt. Es ist zwingend notwendig, den Film gesehen zu haben, um die Story zu verstehen. Da die Geschichte zum größten Teil im Romulanischen Imperium spielt, sollte man sich schon damit auskennen. Auch die Charaktere sollte man zumindest ein wenig kennen. Zwar sind alle Charaktere im Buch sehr gut beschrieben, trotzdem schadet ein wenig Vorbildung nicht. Da das Buch im TNG-Universum spielt, ist es sehr förderlich, die Serie zu kennen. Für komplette Serien-Neulinge ist es es etwas schwer, der Story zu folgen.

„Star Trek – The Next Generation“: 2364 – 2370
„Star Trek VII – Treffen der Generationen“: 2371
„Star Trek VIII – Der erste Kontakt“: 2373
„Star Trek IX – Der Aufstand“: 2375
„Star Trek X – Nemesis“: 2379 (Sternzeit 56844,9 = 05.11.2379)
„Star Trek – Tod im Winter“: 2379 (vermutlich im Dezember)

Seite 293/294

»Picard hörte das Flüstern der Tür, als sie sich öffnete, und dann erneut, als sie sich schloss. Und durch diese Zeichen, die ihm wie Messer ins Herz schnitten, wusste er, dass Beverlys Nachfolgerin den Raum betreten hatte.
„Ich entschuldige mich“, sagte er, ließ seinen Blick aber auf den Sternen, während er sich sammelte. „Ich war eingespannt, sonst hätte ich Sie im Transporterraum begrüßt. Auf jeden Fall bin ich froh, Sie an Bord zu haben. Sie sind offensichtlich hoch qualifiziert, sonst wären Sie für diese Anstellung nicht ausgesucht worden.“
Zum ersten Mal hörte er seine neue Chefärztin sprechen. „Ich habe mich um diese Stelle beworben, Captain.“
Hätte er nur die Worte und nicht die Stimme gehört, hätte er sich über den Zufall gewundert – weil das nämlich genau die Worte gewesen waren, die Beverly geäußert hatte, als sie an der Bord der Enterprise-D gekommen war. Aber als er die Stimme hörte, wusste er, dass es sich um keinen Zufall handelte, weil die Frau, die sie damals ausgesprochen hatte, die gleiche war, die sie vor ein paar Sekunden geäußert hatte.
Der Captain drehte sich vom Aussichtsfenster weg und sah Beverly Crusher vor sich stehen, die verlegen lächelte. „Ich … verstehe nicht …“, sagte er und stolperte über seine eigenen Worte wie ein Schuljunge.
Statt einer Antwort durchquerte sie den Raum und nahm ihn in ihre Arme. Dann hob sie ihren perfekten Mund zu seinem und küsste ihn – lang und leidenschaftlich.
Dann sagte sie: „Ich war eine Närrin, Jean-Luc. Mir wurde eine zweite Chance gegeben, dich zu lieben, und ich habe sie fast weggeworfen. Kannst du mir verzeihen?“
Picard lächelte und strich eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht. „Vielleicht mit der Zeit. Aber davon haben wir jetzt ja genug, oder?“
Und er küsste sie noch einmal.«

HIER kann man den Prolog als PDF lesen.

Spoiler! – Lesen auf eigene Gefahr

Die Geschichte beginnt im Jahr 2348 bei der Hochzeit von Jack und Beverly Crusher auf der Erde. Unter den Kellnern befindet sich ein getarnter romulanischer Spion, der die Aufgabe hat, genetisches Material von Captains der Sternenflotte zu sammeln. Das ist der Auftakt zum zehnten Star Trek Kinofilm „Nemesis.“

Dann schwenkt die Story ins Jahr 2339. Beverly Crusher, ein Teenager, lebt mit ihrer Großmutter in der Kolonie auf Arvada III. Während Beverly mit dem Sohn einer neuen Kolonisten-Familie spazieren geht, stürzt ein Frachtschiff auf dem Planeten ab. Die Siedler der Kolonie kommen den Überlebenden zu Hilfe. Bei den Fremden handelt es sich um die Kevrataner, einer Spezies, die dem Yeti ähnelt. Die Kevrataner sind von ihrer Heimatwelt im Romulanischen Imperium geflohen und hoffen auf Hilfe in der Föderation. Dieser Teil des Prologs bildet den Grundstein für die Haupthandlung.

Die Hauptstory teilt sich in zwei Bereiche: Zum einen aus Sicht der Föderation und zum anderen aus der Sicht des Romulanischen Imperiums.
Nach den Ereignissen von „Nemesis“ liegt die Enterprise-E im Trockendock und wird generalüberholt. Das ist auch dringend notwendig, da das Schiff große Schäden erlitten hat. Während den Wochen im Dock hat Captain Picard auch gleich die Gelegenheit, seine neue Crew kennen zu lernen. Viele alte Freunde verlassen die Enterprise, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Unter ihnen sich die Chefärztin Dr. Crusher, der Erste Offizier William Riker und Counselor Deanna Troi.

Etwa eine Woche, nachdem Picard das letzte Mal mit Beverly Crusher gesprochen hatte, erhält er die Nachricht, dass sie als „im Einsatz vermisst“ gilt. Sie war in einer verdeckten Mission auf Kevratas gewesen, um ein Heilmittel gegen die dort herrschende Seuche zu finden. Allerdings wurde sie von Sela entdeckt und gestellt. Die Sternenflotte ist nun wild entschlossen, die Mission erfolgreich zu beenden und betraut Picard damit.

In der Zwischenzeit wird es im Romulanischen Imperium immer brenzliger. Donatra und ihr Mentor Suran, die die dritte und fünfte Flotte befehligen, weigern sich nach wie vor, den neuen Praetor anzuerkennen und spalten sich mit ihren Warbirds vom Imperium ab. Das zwingt Tal’Aura dazu, Maßnahmen zu ergreifen. Tomalak, der Oberbefehlshaber der Imperialen Verteidigungskräfte erhält den Auftrag, mit allen Mitteln, die Abtrünnigen zu eliminieren. Denn das Imperium kann es sich nicht leisten, gegen ihre eigenen Leute zu kämpfen, da die Außenwelten im Grenzraum des Reiches anfangen zu rebellieren.

Während Picard seine alten Freunde Peter Joseph und Carter Greyhorse für seine Mission gewinnt, beschließen Worf und Geordi LaForge, Picard zu unterstützen, auch wenn sie noch nicht wissen wie, da die beiden Offiziere nicht einmal wissen, was die Mission ist und wo sie stattfindet.

Währenddessen stellt Beverly Crusher erstaunt fest, dass sie noch lebt. Nachdem von einem Disruptor niedergeschossen wurde, kommt sie in einer Gefängniszelle wieder zu sich. Als dann wenig später Sela zu ihr kommt, wird ihr klar, dass sie in großen Schwierigkeiten steckt. Doch sie scheint unerwartete Hilfe zu erhalten. Ein romulansicher Centurion, der sich als Tal’Shiar Agent heraus stellt, will Beverly aus Selas Gefangenschaft befreien.

In der Zwischenzeit erreichen Picard, Greyhorse, Joseph und Decalon als barolianische Händler getarnt den Planeten Kevratas. Die sonst recht paranoiden Romulaner schöpfen keinen Verdacht und die Gruppe kann ungehindert den Planeten betreten und mit ihrer Mission beginnen. Dazu suchen Picard und seine Leute einen alten Bekannter von Decalon auf, der auf Kevratas lebt und der romulanischen Untergrundbewegung angehört.

Während Picard mit seiner Leuten einen Plan ausheckt, wie man den Untergrund kontaktieren kann, versuchen Worf und Geordi weiterhin herauszufinden, wohin der Captain aufgebrochen ist, um Doktor Crusher zu retten. Worf kontaktiert dazu eine alte Bekannte, die allerdings auch keine Ahnung von der Mission hat.

Der romulanische Kontaktmann auf Kevratas möchte, dass Picard und die anderen Personen seiner Gruppe bei ihm zu Hause darauf warten. Picard wird die Sache allerdings zu heikel, weswegen er die Rückkehr des Romulaners nicht abwartet und trotz des Schneesturmes, der draußen herrscht, und den Schutz des Hauses verlässt. Picards Vermutung soll sich als richtig herausstellen, denn der Romulaner hat Commander Sela informiert, die daraufhin das Haus umstellen lässt und endlich Jean-Luc Picard in ihre Finger bekommen will, da sie mit ihm noch mehrere Rechnungen offen hat.

Nachdem sich die Gruppe um Picard in den Untergrund gekämpft hat, stoßen sie schon bald auf eine Gruppe Kevratas. Nach einem netten kleinen Feuergefecht, weil die Einheimischen die Fremden für den Feind halten, nehmen die Kevratas den föderalen Besuch nur zu gern in ihrer bescheidenen Behausung auf.

Nachdem Beverly Crusher drei Tage in der Gefangenschaft der Romulaner lebte, wird sie von einem Centurion befreit, der sich als Manathas heraus stellt. Nachdem sich die Beiden den Weg frei geschossen haben und einen sicheren Zufluchtsort gefunden haben, wird Crusher klar, dass Manathas keineswegs großherzig war. Sein Plan war es, selbst die Lorbeeren für den Tod der Ärztin einzuheimsen. Als Beverly allerdings feststellt, dass der Romulaner ebenfalls an der Krankheit leidet, entschließt sich Manathas, die Frau nicht zu töten.

Während Beverly Crusher aus der Haft flieht und Jean-Luc Picard im kevratanischen Untergrund hockt, versuchen auf der Enterprise Worf und Geordi immer noch herauszufinden, wohin der Captain unterwegs ist. Wie aus heiterem Himmel taucht plötzlich Admiral Janeway auf dem Schiff auf und sie weiß von dem Plan, den Worf und Geordi verfolgen.

Es sollte auch nicht lange dauern, bis Sela von Crushers Flucht erfahren würde. Sie setzt alle Hebel in Bewegung und blockiert sämtliche Fluchtmöglichkeiten von Kevratas. Zusätzlich verlangt sie von ihren Untergebenen, dass sie notfalls von Haus zu Hausgehen, um die Ärztin und am besten gleich noch das Team der Föderation finden.

Und während Selas Centurions die ganze Stadt nach Manathas und Beverly Crusher absuchen, planen Picard und kevratanischen Rebellen, wie sie das Heilmittel, ab dem Dr. Greyhorse arbeitet, am besten unter der Bevölkerung verteilt. Zu dieser Zeit organisiert Manathas seinen Rücktransport nach Romulus und erstattet seinen beiden Arbeitgebern, Tal’Aura und Eborion, Bericht.

Als Beverly Crusher wieder zu sich kommt, findet sie sich allein und an Händen und Füßen gefesselt wieder. Manathas ist verschwunden und hat sie – fürs Erste – allein gelassen. Während die Ärztin versucht, sich von ihren Fesseln zu befreien, denkt sie an Arvada III zurück und erinnert sich mit Schrecken daran, wie die Flüchtlinge innerhalb weniger Stunden gestorben waren und wie auch die ersten Siedler der Seuche zum Opfer fielen. Und sie denkt an ihre gemeinsame Zeit mit Jean-Luc Picard und wie sehr sie gerade jetzt vermisst.

So ähnlich ergeht es auch Picard im Untergrund von Kevratas. Zum wiederholten Male sind die Rebellen in ihren Tunneln umgezogen, um nicht von den Romulanern entdeckt zu werden. Und immer noch arbeitet Greyhorse an dem Impfstoff gegen die Seuche, den Beverly Crusher zumindest für die Bürger der Föderation schon vor Jahren hergestellt hat. Und auf dieser Grundlage arbeitet der Arzt fieberhaft an einem Heilmittel für die Kevratas. Während Jean-Luc abwechselnd mit dem Anführer der Rebellen Pläne schmiedet und Wache steht, ertappt er sich immer öfter dabei, wie er an Beverly denkt.

In der Zwischenzeit hat Tal’Aura auf Romulus den Plan von Eborion durchschaut. Als er wieder einmal bei seinem Praetor auftaucht, konfrontiert sie ihn mit diesen Vorwürfen. Und da sie handfeste Beweise hat, gibt er es zu. Für seine Ehrlichkeit wird Eborion dann von der Leibgarde Tal’Auras abgeführt und sie stellt ihm einen öffentlich zelebrierten Tod in Aussicht.

Für Beverly Crusher wird es nun langsam sehr ernst. Manathas, der mit ihr zu einem Ort in der Stadt unterwegs ist, von dem sie sich auf ein Schiff im Orbit hochbeamen sollen, will sie unbedingt nach Romulus bringen. Auf dem beschwerlichen Marsch über den Eisplaneten sieht Beverly einen der Kevratas, der ihr zu Beginn ihres Abenteuers geholfen hatte – oder zumindest denkt sie das. Kurzentschlossen widersetzt sie sich Manathas. Und sie hat Glück. Der Kevrataner ist tatsächlich, der, für den sie ihn gehalten hat. Zusammen fliehen die Beiden und der Kevrataner versteckt Beverly in seinem Haus. Und auch wenn sie es zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Eben jenen Kevrataner ist einer der Rebellen, der allerdings an der Oberfläche geblieben ist. Und so erfährt Picard auch davon, dass sie noch am Leben ist.

Allerdings weiß auch Sela das. Sie hat ebenfalls einen Spion unter den Kevrataner, der sie mit dem Leben seiner Familie erpresst. So weiß sie auch, wo sich das Versteck der Rebellen befindet, wie der Plan zur Verteilung des Heilmittels aussieht und wie weit Dr. Greyhorse mit seinen Bemühungen bislang gekommen ist.

Derweil wiegt sich Tal’Aura auf Romulus noch in Sicherheit. Zwar sieht sie Braeg, den ehemaligen Oberbefehlshaber der Imperialen Flotte zunehmend als Bedrohung an, aber bisher ist sie nicht eingeschritten, obwohl er mit seinen regelmäßigen Reden gegen sie das Volk aufgewiegelt hat. Als er bei einer erneuten Kundgebung verlangt, dass sich das Volk gegen den Praetor auflehnt, erntet er tosenden Beifall. Das kann Tal’Aura nicht mehr länger hinnehmen. Als sie von dem Commander ihrer Truppen in der Hauptstadt gefragt wird, ob er dem Treiben ein Ende setzen darf, gibt sie ihm die Erlaubnis. Doch die Stadtwache hat nicht damit gerechnet, dass auch Braeg seine Leute bewaffnet unter den Zuhörern postiert hat. Und so entbrennt ein Feuergefecht. Allerdings spielt Tal’Aura äußerst unfair. Während Braegs Centurions nur Handfeuerwaffen haben, will sie den Aufstand mit interplanetaren Hovercrafts beenden. Und das gelingt ihr so hervorragend, dass der ganze Siegesplatz blutgetränkt ist.

In der Zwischenzeit hat Dr. Greyhorse das Heilmittel gegen die kevratanische Seuche fertig gestellt und einer der Rebellen beginnt mit der Verteilung des Impfstoffes in der Hauptstadt. Das tut er mit Bedacht, um Commander Sela keinen Grund zu geben, nachzufragen was er da treibt.

Währenddessen verlassen auch Picard und der Rest seines Team in Begleitung den schützenden Untergrund, um zusammen mit Beverly zurück auf das Frachtschiff zu beamen, was sich immer noch im Orbit von Kevratas befindet. Doch statt auf Beverly am vereinbarten Treffpunkt zu treffen, erwartet die Gruppe Sela und eine Einheit Centurions, die die Rebellen und Picard in einen harten Kampf verwickeln. Und als er Sela hilflos ausgeliefert ist, wird Beverly zu seiner Lebensretterin. Sie verwickelt Sela in einen Nahkampf, bei dem sie die Oberhand gewinnt und die Romulanerin mit einem Kinnhaken ins Reich der Träume schickt. Doch kaum dass sie sich wieder zu ihren Freunden gesellen kann, taucht Manathas vor ihr auf. Allerdings wird er von Decalon in einen harten Kampf verwickelt, den er verliert. Und als der siegreiche Romulaner Beverly mit einem Disruptor bedroht, wird er von Picard nieder gesteckt.

Und kaum das Braeg seine Rede auf dem Siegesplatz in der romulanischen Hauptstadt beendet hat, bereiten sich Donatra und Suran darauf vor, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Die beiden Flotten sehen sich sechzig Warbirds gegenüber. Und schnell eröffnen beide Parteien das Feuer. Allerdings unterschätzt Tomalak das Geschick von Donatra und wird erst mal von ihr ausgetrickst. Doch das lässt er nicht auf sich sitzen und zaubert nun seinerseits ein wenig. Da er weiß, dass Donatra so schnell wie möglich nach Romulus will, versucht er genau das zu verhindern.

Doch sie verliert den Kampf, genauso wie Braeg sein Leben verliert. In der Gefangenschaft von Tal’Aura wählt er den Freitod. Dieses Schicksal hatte Eborion nicht, denn er wurde öffentlich aufgehängt, was seiner Familie große Schande bereitet. Schuld daran trägt seine eigene Tante, die Eborion an Tal’Aura verraten hat. Allerdings konnte der Praetor nicht alle Siege vor sich verbuchen. Die Hälfte der rebellischen Flotte konnte entkommen. Unter ihnen sind Donatra und Suran. Und sie sieht sich dem Problem entgegengestellt, dass das kevrataische Virus nun eine Vorliebe für Romulaner entwickelt hat.

Picard kehrt allein auf die Enterprise zurück. Crusher und Greyhorse wurden zuvor von einem vulkanischen Schiff abgeholt, um in einer Sternenbasis von der Mission zu berichten. Und Joseph muss sich um seinen Frachter kümmern. Er trauert der Zeit mit Beverly hinterher, den er ist sich sicher, ihre Freundschaft ein für alle Mal verspielt zu haben, als er ihr mitten im kevratanischen Schneesturm seine Liebe gestanden hat. Und er vermisst sie unendlich. Nachdem sich Picard drei Tage lang in seinem Quartier von der Außenwelt abgeschottet hat, will er endlich wieder Verantwortung für sein Schiff und seine Mannschaft übernehmen. Doch kaum, dass er einen Fuß aus seinem Quartier gemacht hat, läuft ihm eine Frau über dem Weg, die Beverly verblüffend ähnlich sieht. Doch es handelt sich nur um ein neues Crewmitglied. Und während er in seinem Bereitschaftsraum neben der noch chaotischen Brücke seinen Gedanken nachhängt, kündigt sich der neue Chefarzt an. Zwar ist Picard noch nicht dafür bereit, dennoch bittet er die Person zu sich. Und stellt mehr als nur überrascht fest, dass es Doktor Crusher ist. Und noch überraschter ist er, als sie ihn einfach küsst und um Verzeihung bittet.

Ich bin mit recht großen Erwartungen an dieses Buch heran gegangen, denn „Tod im Winter“ hat die große Aufgabe, die „nächste Generation“ weiter zu führen, was nach dem zehnten Kinofilm „Nemesis“ ein schwieriges Unterfangen werden kann.

Relativ schwierig war es auch, das Buch zu lesen. Nicht das es besonders kompliziert geschrieben ist. Es liegt viel mehr an den verschiedenen Handlungssträngen. Es gibt zwei große Handlungsfäden: Zum einen die Föderation und zum anderen das Romulanische Imperiums. In diesen Handlungen gibt es jeweils mindestens drei interne Handlungsfäden. Im Fall der Föderation ist das die Gruppe um Picard, dann noch die Sicht von Dr. Crusher und die Handlungen von Worf und LaForge. Auf Seiten des Romulanischen Imperiums sind es die Handlungsstränge von Sela, von Tal’Aura, von Donatra und Suran, von Tomalak, von Manathas und von Eborion.

Als positiv empfinde ich, dass man in „Tod im Winter“ recht viel über die Denk- und Handlungsweise der Romulaner erfährt. Ich bin ein Fan dieser Spezies und mich interessieren solche Informationen brennend. Die Romulaner werden sonst eher stiefmütterlich in den Romanen behandelt. Man erfährt recht viele Details über diese Spezies, wie z. B. über die „Hundert“, die alten Familien, die schon so alt sind wie das Imperium selber.

Was mich stutzig gemacht hat, waren die vielen Assoziationen mit der USS Stargazer, Picards erstem Kommando. In der Serie sind nie viele Worte über die Stargazer verloren wurden, und der Leser wird mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen. Es gibt zwar eine sechs-teilige Romanserie zur Stargazer, die beginnend im Jahr 2002 in den Staaten veröffentlicht wurde, aber bisher hat es diese Serie nicht nach Deutschland geschafft. Der Autor ist – man wundert sich kaum – Michael Jan Friedman. Hier hätte Cross Cult ruhig mal nach der Zeitlinie gehen können, und den Stargazer-Romanzyklus VOR dem TNG-Relaunch veröffentlichen sollen. Im Buch wird zwar erklärt, wie und warum die Stargazer zerstört wurde, aber damit hat es sich auch schon.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Einführung einer neuen Technik. Während in den Serien (TNG, DS9) für Undercover-Missionen immer die plastische Chirurgie für die Verwandlung in eine andere Spezies benötigt wurde, ist das ab „Tod im Winter“ anders. Der entsprechenden Person werden kleine Holo-Emitter unter die Haut transplantiert und diese subdermale Holoprojektor-Technik sorgt dafür, dass die Person optisch die Gestalt einer anderen Spezies annimmt. Doch die Projektoren erzeugen nicht nur ein Bild der gewünschten Spezies. Mit Hilfe von elektromagnetischen Feldern erschaffen sie sogar eine berührbare Oberfläche.

Gewöhnungsbedürftig ist Jean-Luc Picard. Er ist so furchtbar gefühlsduselig. Ich lese zwar ganz gerne Romanzen, aber irgendwie passt das nicht so recht zum Captain. Er ist zwar seit dem „Treffen der Generationen“ gefühlvoller geworden, was nicht zuletzt dem Tod seines Bruders und seines Neffen zu verschulden ist. Aber nichtsdestotrotz wurde diese Tatsache weder im „Ersten Kontakt“, noch im „Aufstand“ oder in „Nemesis“ wieder aufgegriffen. Von daher empfinde diese gefühlvolle Seite von Jean-Luc als zu plötzlich. Er kommt sich zwar ziemlich verloren auf seinem kaputten und leeren Schiff vor, aber irgendwie passt das alles nicht zu Picard. Er, der Captain des Flaggschiffes des Föderation, der ein brillanter Taktiker ist, der einen messerscharfen Verstand hat und souverän alle Gefahren meistert – wird zum Softie …

Was mir wieder sehr gut gefällt sind die detailreichen Beschreibungen des Autors, nicht nur zur Umgebung, sondern vor allem der Charaktere. Besonders Beverly Crusher wird so gut beschrieben wie in kaum einem anderen Roman.

Irritiert hat mich während des Lesens die plötzliche Vertrautheit zwischen dem Klingonen Worf und Geordi LaForge. In der Serie und in den Filmen haben sie sich stets mit „Sie“ angesprochen, auch wenn die Beiden jahrelang zusammen gedient haben. Im Buch nun duzen sie sich plötzlich. Das ist befremdlich, da die beiden Offiziere nie den Eindruck gemacht haben, dass sie sich so nahe stehen. Ich tippe daher stark auf einen Übersetzungsfehler. Und sollte das nicht der Fall sein, wäre es eine zu plötzliche Wendung der beiden Charaktere, die ich eher negativ ansehe, da es zu abrupt kommt.

Die kevratanische Seuche ist sehr mysteriös. Sie herrscht seit über fünfzig Jahren auf dem Eisplaneten, aber niemanden interessiert es. Die Föderation weiß davon seit 2339, aber erst 2379 entschließt sie sich, den Kevratas zu helfen. Fällt ihr aber auch reichlich zeitig ein. Klar gab es in der Zwischenzeit wichtige Dinge (z. B. den Dominion-Krieg) und die angespannten Beziehungen mit dem Romulanischen Imperium standen schon immer auf wackligen Beinen, aber was hat die Föderation bisher dran gehindert? Denn wir wissen, dass es den Untergrund gibt, durch den viele Romulaner übergelaufen sind. Warum sollte es nicht andersherum auch funktionieren?

Zu denken gibt mir Admiral Janeway. Sie taucht einfach mal so auf der Enterprise auf und weiß natürlich von den Plänen von Worf und Geordi. Ja nee, is klar … Das sie einfach mal so auftaucht ist jetzt nicht so verwunderlich, schließlich liegt die Enterprise im Trockendock und von der Erde bis zum Werft im Erdorbit ist es mit einem Shuttle nur ein Katzensprung. Aber dass sie gleich alles weiß? Geordi und Worf sind erfahren genug, um ihre Spuren verwischen zu können und sich eben nicht erwischen zu lassen. Janeway macht mir eher den Eindruck, als ob der Autor Hände ringend versucht hat, die Frau irgendwie einzubringen. Und dazu war ihm anscheinend jeder noch so triviale Grundrecht.

Kapitel 10 beginnt direkt mit einem Logbucheintrag von Picard. Das ist auch nicht Schlimmes, aber der Logbucheintrag wird als Nachtrag klassifiziert. Wo ist denn da der erste Eintrag? Wenn ich lese „Logbuch des Captain, Nachtrag“, erfahre ich, dass es schon einen Eintrag gibt. Aber leider lässt der Autor das außen vor.

Auch wenn es jetzt vielleicht gemein klingt, aber ich war froh, als Eborions Plan von Tal’Aura durchschaut wurde und sie ihn öffentlich hinrichten ließ. Ich konnte den Kerl während des ganzen Buches nicht leiden. Zumal auch die Parts um ihn und seine Familie furchtbar trocken waren und sich nur mühsam lesen ließen.

Und während die Story in den ersten zwei Drittel des Buches gemütlich vor sich hin plätscherte, wird es in den letzten Kapitel noch einmal richtig spannend. So spannend, dass man richtig mit fiebert. Es entbrennt nicht nur ein Kampf um die Zukunft des Romulanischen Imperiums, sondern auch ein Kampf um die Freiheit. Diese letzten Kapitel sind so mitreißend geschrieben, dass man das Buch kaum weglegen kann.

Und am schönsten ist natürlich das Happy End, was, im Gegensatz zu manchen anderen Teilen des Buches, nicht gefühlsduselig und schmalzig klingt.

Worf: „Jeder einzelne Mitarbeiter im Sternenflottenkommando sollte mit Honig überzogen werden und nackt mit ausgestreckten Gliedmaßen über einem Hügel von Feuerameisen angebunden werden.“

(Seite 92)

LaForge: „Captain Picard ohne offizielle Erlaubnis hinterherzufliegen – das könnte uns vor ein Militärgericht bringen.“
Worf: „Ohne Frage. Aber er gibt wichtigere Dinge als Ränge.“

(Seite 93)

Crusher: „Fahren Sie zur Hölle.“
Sela: „Romulaner haben keine Hölle.“

(Seite 116)

Schließlich waren romulanische Commander nicht gerade für ihre große Geduld bekannt und Sela war sogar noch ungeduldiger als der Rest ihres Schlages. Es war, so hatte man ihr bereits bei mehr als einer Gelegenheit gesagt, eine ihrer besten Eigenschaften.

(Seite 163)

Picard: „Ich erinnere mich nicht daran, dass Sie schon auf der Stargazer so aufmüpfig waren.“
Joseph: „Damals waren Sie wie ein Gott für mich. Jetzt sind Sie nur noch ein Kerl, der seine Murmel vergessen hat.“

(Seite 166)

Decalon wusste, was Romulaner ihren Gefangenen antaten. Er war nicht gerade optimistisch, dass sie die Ärztin lebendig, geschweige denn bei geistiger Gesundheit finden würden.

(Seite 194)

Picard: „Sie meinen … Sie haben das Gegenmittel?“
Greyhorse: „Ja. Und schreckliche Kopfschmerzen. Ich hatte vergessen, wie anstrengend es sein kann, stundenlang in einen Scanner zu schauen.“
Picard: „Das mit den Kopfschmerzen tut mir leid. Aber Sie haben sie sich für eine gute Sache zugezogen.“
Greyhorse: „So etwas haben Sie früher immer zu mir gesagt, als wir noch auf der Stargazer waren.“
Picard: „Entschuldigen Sie, dass ich heutzutage nicht origineller bin.“

(Seite 249)

Picard: „Sieht die Brücke inzwischen besser aus?“
Worf: „Das nicht gerade. Die Sessel sind immer noch nicht drin.“
Picard: „Was, wenn ich fragen darf, verursacht die Verzögerung?“
Worf: „Sie haben uns die falschen geschickt. Aber die haben sie zurück bekommen.“
Geordi: „Und sie haben uns gesagt, dass die richtigen auf dem Weg sind.“
Picard: „Das sagen sie immer.“
Geordi: „Ja, Sir, das tun sie.“

(Seite 289)

Neben dem eigentlichen Roman, gibt es noch ein paar kleine Extras im Buch.

Liebe auf den zweiten Blick
Über drei Seiten bekommt der Leser einen Einblick in die etwas komplizierte Beziehung von Jean-Luc Picard und Beverly Crusher, angefangen auf der USS Stargazer bis zu „Nemesis“.

Quo Vadis, Jean-Luc?
Wie geht es wohl mit dem Relaunch von TNG weiter? Genau diese Frage wird auf sechs zusätzlichen Seiten geklärt.

Leseprobe aus „Offenbarung 1“
Erfreulich für die DS9-Fans unter uns, gibt es am Ende des Buches das erste Kapitel aus dem ersten Buch der DS9-Fortsetzung als Leseprobe.
Diese Leseprobe macht unglaublich viel Lust auf das ganze Buch, was in Kürze im Buchhandel erscheint.

„Tod im Winter“ ist ein eher durchschnittliches Buch, was mich erst zu Ende richtig begeistern konnte. Für TNG-Fans ist das Buch trotzdem zu empfehlen, aber für Fans von den anderen Star Trek Serien ist es kein Muss, dieses Buch zu lesen.

Deswegen bekommt das Buch (von maximal 5 Punkten) folgende Bewertung von mir:

PRO:

  • viele Informationen zu dem Romulanern
  • detailreicher Schreibstil
  • Einführung einer neuen Technik
  • TNG-Relaunch
  • heißersehnte Lovestory von Picard und Crusher
  • Cover-Gestaltung
  • spannendes Ende

KONTRA:

  • zu viele Assoziationen mit der Stargazer
  • teilweise komplizierte und verworrene Handlung
  • Picard ist ziemlich gefühlsduselig
  • ohne Vorkenntnisse kaum verständlich
  • viele ineinander verknüpfte Handlungsfäden
  • Logikfehler in der Handlung
  • an den Haaren herbeigezogene Bezüge zu den anderen Star Trek Serien

4 Gedanken zu “Ein Kampf um die Seele von Romulus

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